Urban Gardening: Neue Formen urbaner Landwirtschaft

Vergangene Woche war das kleine Grundstück in der Innenstadt noch ein unbeachteter und verdreckter Ort – plötzlich stehen hier Gießkannen, Schaufeln sowie viele Holzkisten und Säcke, aus denen erstes, zartes Grün sprießt. In einigen Wochen wird es überall blühen und gedeihen, Gartenstühle und kleine Tische werden zum Verweilen einladen.
Hier sind offensichtlich „Gartenaktivisten“ am Werk, die vergessene Brachflächen im innerstädtischen Raum in grüne Oasen zum Säen und Ernten verwandeln. Urban Gardening nennt sich das – städtisches Gärtnern. Was in den späten 1970er-Jahren in New York als Community Gardening begann, ist zu einem weltweiten Trend geworden. Auch in Deutschland schießen überall neuartige städtische Gärten aus dem Boden.

Garten für alle – mitten in der Großstadt!

Hinter Urban Gardening steht die Idee, gemeinschaftlich Flächen im innerstädtischen Raum mit Obst, Gemüse und Kräutern zu bepflanzen. Hinterhöfe, Baulücken, Hausdächer und sogar Bauzäune werden begrünt. Das gemeinsame Agieren und die Erzeugung selbst angebauter ökologischer Lebensmittel stehen beim Urban Gardening an erster Stelle, gepaart mit einem Interesse an alternativen Lebensformen und interkulturellen Begegnungen. Anders als die Schrebergärtner möchten sich die oft jungen Stadtgärtner nicht abschotten, sondern im Kollektiv kleine grüne Oasen entstehen lassen, die allen interessierten Anwohnern offen stehen und das Miteinander im Viertel fördern.

Urbaner Lifestyle trifft auf Garten und Natur

Immer mehr Menschen stehen der Konsumgesellschaft und den Folgen der globalisierten Warenwelt kritisch gegenüber. Sie pflegen einen urbanen Lebensstil, möchten gleichzeitig Natur erleben. Das Bedürfnis nach selbst angebautem, ökologisch unbedenklichem Obst und Gemüse nimmt in vielen Metropolen auf der ganzen Welt zu. Mit den eigenen Händen in der Erde zu buddeln, zu pflanzen, zu gießen, zu hegen und schließlich zu ernten – Lebensmittel selbst zu erzeugen kann so einfach sein und so viel Spaß machen! Und das alles funktioniert, ohne Ressourcen zu verschwenden: Zum Bewässern wird Regenwasser verwendet, Kompost aus organischen Abfällen dient als Dünger. Insekten und damit Singvögel locken die innerstädtischen Gärten auch an – mit Vogelgezwitscher schmeckt der selbst gebackene Kuchen mit den Erdbeeren aus eigener Ernte doppelt so gut!

 


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