Blaues für den Garten

Die Farbe Blau in der Gartengestaltung

An weißen Beeten, weißen Gärten versuchen sich viele. Aber wie wäre es mit einem blauen Garten, einem blauen Beet? Wenigstens an einer Seite, oder ganz am Ende des Gartens?

„Es ist um die blaue Farbe in Natur-, Kunst- und Gartenblumenreichen eine wundersame Sache. Die ganze schöne Erdenwelt mit Himmel und Meer, Bergferne und Gewässer ist zumeist in Blau getaucht, soweit sich nicht in den kühleren Zonen Nebel und Gewölke zur Wehr setzten, um das große Wechselspiel von Dur und Moll zu treiben“  so schrieb Karl Foerster unter der Überschrift „Blau in Welt und Garten“, und so fängt auch das neu aufgelegte Buch „Blauer Schatz der Gärten“ an.

Vergissmeinnicht und Männertreu bezeugen die Verbindung von Blau mit Treue, Freundschaft und Hoffnung.

Die „Blauverschiebung“ ist jedem künstlerisch interessierten Menschen ein Begriff – je weiter man in die Ferne sieht, desto mehr Blautöne bestimmen das Bild. Diesen Effekt kann man nicht nur auf Landschaftsbildern genauer studieren, man kann ihn besonders in kleinen Gärten gezielt einsetzten, um sie größer erscheinen zu lassen. Pflanzungen, die mit dunklen Blautönen beginnen und mit zunehmendem Abstand heller werden, machen den  Gartenraum weiter. Kein Wunder, dass Blau mit Ferne, Weite und Sehnsucht (Fernweh…) verbunden wird.

Noch einen schönen Effekt hat die Farbe Blau im Garten: an heißen Sommertagen wirkt allein ihr Anblick kühlend und erfrischend.

Blautöne im Garten sind die ganze Vegetationsperiode über leicht einzusetzen:

tiefblaue Krokusse, Schneeglanz (z.B.Chinodoxia forbesii ‚Blue Giant‘), Traubenhyazinthen (Muscari), Blausternchen (Scilla Sierica), Puschkinien (Puschkinia scilloides) und Veilchen können im Frühjahr dichte blaue Teppiche bilden. Bald nachdem sie verblüht sind,  treiben die Hasenglöckchen oder „Bluebells“ (Hyacinthoides hispanica) ihre Blütenschäfte über die dichten Blätterbüschel und die Akelei zaubern Romantik in halbschattige Bereiche. Zwerg- , Wiesen- und Bartiris sowie Storchschnabel-Sorten (z.B. Geranium ‚Johnson’s Blue‘) übernehmen nahtlos das blaue Zepter.
Ein klares Himmelblau hat im Mai auch der Rhododendron zu bieten (Rhododendron augustinii ‚Aquamarin‘). In sauren Böden können auch einige Hortensiensorten in klare Blautönen blühen.

Der Sommer ist die Zeit der blauen Prachtblüten-

Lavendel, Rittersporn, Kornblume, Clematis, Blauregen, Glockenblumen, Eisenhut, Dreimasterblume, Lupine, Ziersalbei, Ehrenpreis und viele andere lassen den „Blauen Garten“ erstrahlen. Nicht alle Sorten, die „Blau“ in ihrem Namen führen, sind wirklich klar blau. Viele Töne spielen eher ins mauve oder blauviolett.

Allzu eng sollte man es mit dem ‚blauen Garten‘ lieber nicht sehen.

Die geniale Gartengestalterin Gertrude Jekyll schreibt dazu:

„Es ist seltsam, dass Menschen manchmal allein eines Wortes wegen ein Gartenprojekt verderben. Ein Blauer Garten beispielsweise vermag, um richtig zu wirken, nach einer Gruppe weißer Lilien verlangen, oder nach zartestem Zitronengelb, und doch sind diese verboten, weil es der ‚Blaue Garten’ ist. Gewiss sollte der blaue Garten nicht nur blau, sondern auch schön sein. Meiner Ansicht nach sollte er in erster Linie schön sein, in zweiter dann so blau, wie es sich mit seiner Schönheit vereinbaren lässt. Jeder erfahrene Kolorist weiß, dass blaue Töne aussagekräftiger sind – blauer – wenn die rechte Komplementärfarbe dagegen gesetzt wird“

(aus: „Pflanzenbilder aus meinen Gärten“, erschienen bei Ulmer, leider zur Zeit nur antiquarisch erhältlich)

Christopher Lloyd empfiehlt in „Faszination Farbe im Garten“ (Callwey Verlag) die Kombination von tiefblauem Agapanthus mit Montbretien in der Komplementärfarbe orange, eine Zusammenstellung, die man leicht auf der Terrasse oder dem Balkon mit Kübelpflanzen umsetzen kann.

Im Herbst gehen die blauen Töne im Garten dann langsam aus, viele Gärtner mögen in dieser Zeit allerdings eh lieber warme Farben, die emotional besser zur herbstlichen Stimmung passen. Das schönste Blau des Herbstes findet sich wohl noch bei einigen Sorten der Astern, wie der hellblauen Aster novi-belgii ‚Marie Maillard‘, der reinblauen Aster cordifolius ‚Little Carlow‘ oder der von Karl Foerster selektierten dunkelblauen Aster novi-belgii ‚Dauerblau‘.

Ohne Astern, diesem brausenden Anziehungspunkt für Menschen und Insekten, ist der Herbst in einem der wichtigsten Punktesang- und klanglos. Sie verklären den Mollklang des Herbstes.“ (Karl Foerster)

Zwei Bücher aus dem Verlag Ulmer befassen sich intensiv mit dem Thema blaue Pflanzen:
zum einen das oben schon erwähnte Werk „Blauer Schatz der Gärten“ von Karl Foerster, das  1953 zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Die neueste Auflage beinhaltet zusätztliche Aufsätze von anderen Autoren und viele Fotos. Der Band empfiehlt sich einerseits als das wohl ausführlichste Fachbuch für den praktischen Gebrauch, gleichermaßen aber als Lektüre für lange Winterabende für Blumen- und Gartenliebhaber „auf Entzug“. Das zweite, ebenso empfehlenswerte Buch zum Blauen Garten ist der Taschenatlas „Blaue Pflanzen für den Garten“ von Helga Urban (ebenfalls Verlag Ulmer). Hier werden mehr als 130 Pflanzen für den Garten vorgestellt, darunter auch solche mit blau(grünen) Blättern und blauen Früchten. Die Beschreibungen umfassen charakteristische Fotos und detaillierte Angaben zu Blütezeit, Standortansprüchen, Verwendung, Wirkung und passenden Kombinationen. Durch das praktische Kleinformat der ideale Begleiter beim Pflanzenkauf!

Quelle:  http://gartenkunst-blog.blogspot.de/2012/09/die-farbe-blau-in-der-gartengestaltung.html

Weitere Infos hier.

 

 


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